Bambergs OB Andreas Starke in Walsdorf

Veröffentlicht am 05.11.2006 in Kommunalpolitik

OB Andreas Starkes Plädoyer umfasste 5 Punkte: Gewerbeflächen, Krankenhauslandschaft, Schulen, Öffentl. Nahverkehr und Tourismus.

Zum Thema „Stadt und Land-Hand in Hand?“ hatte der SPD Ortsverein Bambergs OB Andreas Starke eingeladen und wurde von Manfred Ratzke als Vorsitzenden des OV herzlich begrüßt sowohl als Bürgermeister wie auch als Genosse. Vor vielen interessierten Zuhörern in der Gaststätte „Weißes Lamm“ hielt Andreas Starke dann ein überzeugendes Plädoyer für eine enge Kooperataion zwischen der Stadt und den Gemeinden, da sich nur so Zukunft gestalten lasse. Im Grunde, sagte Starke, sei die Notwendigkeit noch engerer Zusammenarbeit auf allen Gebieten überhaupt keine Frage mehr, weil sie von der gesellschaftlichen Entwicklung längst beantwortet sei. Ein Konkurrenzdenken zwischen Kommune und Landkreis, ja auch zwischen benachbarten Städten wie zb. Bamberg und Bayreuth sei obsolet geworden, da es in Zukunft um Konkurrenz zwischen Metropolregionen wie dem Raum Nürnberg und München gehen werde. Dafür heißt es sich fit zu machen. Da ist es global gesehen zweitranging, ob ein Arbeitplatz in der Stadt oder in einer Landkreisgemeinde geschaffen werde.

Wichtige Bereiche der Zusammenarbeit aus seiner Sicht, so der OB, sind zum einen die Frage nach gemeinsamer Gestaltung von Gewerbeflächen. So müßte für das Gebiet Laubanger ein gemeinsames Entwicklungkonzept gefunden werden, damit es auch attraktiver wird für Kunden aus anderen Regionen. Dringenden Handlungsbedarf sieht er auch bei der Sorge um die Existenz der bestehenden Krankenhauslandschaft. Durch die Strukturreform findet hier die größte Umwälzung der Nachkriegsgeschichte statt. Aber die kommunalen Kliniken müssen in der Hand öffentlicher Träger bleiben und ihre Synergieeffekte nutzen. Nur so ist eine verantwortete Versorgung auch in Zukunft möglich. Desweiteren sieht der OB die Notwendigkeit, stärker im Bereich des Schulwesens zu kooperieren. Immerhin kommen zwei Drittel der Schüler in weiterführenden Schulen aus dem Landkreis nach Bamberg. Weitere Themen sind für ihn im Bereich des Tourismus zu sehen. Hier müßte an ein gemeinsames Marketing gedacht werden, evtl. eine gemeinsame Touristenzentrale.


OB Andreas Starke, SPD Ortsvorsitzender Manfred Ratze, Gemeinde- u. Kreisrätin Lilly Künzel

Einen zentralen Punkt, auch in der späteren Diskussion, stellte der öffentliche Personennahverkehr dar. Dabei machte der OB deutlich, dass ein Ausbau der Linien der Stadtwerke in Landkreisgemeinden sicher wünschenswert sei im Sinne einer „kleinen“ Globalisierung. Auch würde die Stadt dadurch entlastet, wenn weniger Pendler und Kunden mit dem Pkw unterwegs wären. Allerdings müsse er ganz deutlich anmerken, dass dies nur angedacht werden könne, wenn sich die Gemeinden und der Landkreis spürbar an den Mehrkosten beteiligen. Schon jetzt fahre der Fuhrpark der Stadtwerke 7 Millionen Verluste ein. Er könne den Bamberger Bürgern wohl schwerlich vermitteln, warum dieser Betrag noch ansteigen sollte, ohne dass von anderer Seite für Ausgleich gesorgt werde.

Am Schluss dieses sehr anregenden Abends überreichte der 1.Bürgermeister Walsdorfs, Heiner Faatz, seinem „Kollegen“ eine „Walsdorf-Kachel“ und betonte ebenfalls die vielen gemeinsamen Interessen zwischen Gemeinden und der Metropole. Eine Bitte brachte er auch an: der OB als Mitglied im Zweckverband Tierkörperverwertung möge doch eine Lanze brechen für eine Art „Gewerbesteuer“ der TBA an die Gemeinde.

Den Abend beendeten Dankesworte des SPD-Vorsitzenden Manfred Ratzke an den „Genossen“ Andreas Starke. Er und die langjährige Ortsvorsitzende Lilly Künzel überreichten ihm einen Teller mit einem Walsdorfer Motiv. Somit kann sich der OB schon mal ein kleines „Landkreis-Eckchen“ in seinem Büro einrichten im Sinn von Stadt und Land-Hand in Hand.